Mit dem Wohnmobil im Westen der USA (Reisebericht)

Erfahrungsberichte und Infos zu den beliebten Urlaubszielen im Westen der USA mit Reiseforum Kalifornien und San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, Washington und den vielen Nationalparks wie dem Grand Canyon, Brice Canyon oder dem Yosemite National Park...
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Bigga
Reiseguru
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Registriert: 19.09.2013, 12:14

Mit dem Wohnmobil im Westen der USA (Reisebericht)

Beitrag von Bigga »

Einen schönen guten Tag liebes Reisezielforum-Community,

ich möchte mit euch gerne einen Erlebnisbericht teilen, der insbesondere als "Reise mit dem Wohnmobil" abgestempelt werden kann. Das ganze Erlebnis fängt in Arizona (Phoenix) an und endet wieder am selben Ort, wo wir unseren ausgeliehenen Wohnmobil zurückgeben mussten. Am besten ihr lest euch meinen Bericht einfach mal selbst durch, um einen kurzen Einblick über die Geschehnisse zu bekommen.

PS: Den Reisebericht habe ich extra vorher aufbereitet. :)

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Endlich war er da, der lang ersehnte Urlaub, bei dem es per Wohnmobil quer durch die USA gehen sollte. Wir starteten bei schönstem Wetter in Frankfurt und flogen Richtung Amerika. Dort steuerten wir Phoenix in Arizona an und stiegen aus dem Flieger - bei Regen! Kann man sich das vorstellen? Aber so schnell, wie die Wolken hier kommen, gehen sie auch wieder und wir setzten unsere Reise bei strahlendem Sonnenschein fort.

Start mit dem Wohnmobil

Wir erhielten unser Wohnmobil von Phoenix Motorhomes ohne Umschweife - das Serviceteam - übrigens deutschsprachig - holte uns am Flughafen ab. Wir bekamen bei der Gelegenheit auch einige hilfreiche Tipps, wie zum Beispiel zur Reiseroute, zu besonders interessanten Plätzen und Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt gesehen haben sollten. Wir bekamen noch eine kleine Einweisung und Hinweisen zum Fahren in Amerika. Jetzt konnte die Reise endgültig beginnen!
Das Wohnmobil war ungefähr neun Meter lang und besaß eine Breite von 2,50 m - das Ding sollte also jedem anderen Verkehrsteilnehmer ins Auge fallen. Innen war es komfortabel eingerichtet und groß genug, weil hier Platz für bis zu sechs Personen gewesen wäre. Wir waren aber nur zu zweit und konnten so eine rollende Ferienwohnung nutzen.
Unser erstes Ziel für diese Reise war Sedona. Die Landschaft hier ist einfach wunderschön und überaus abwechslungsreich. Wir umfuhren karge Hügel und kamen an riesigen Saguaro-Kakteen vorbei - ganz wie im Film. Je weiter wir fuhren, desto grüner wurde es auch und bald erinnerte nichts mehr an eine Wüste. Als dann noch die Pinienwälder und die verschiedenen Gesteinsformationen sichtbar wurden, kamen wir uns vor, als wären wir in einen Film hineingesprungen, bei dem es in erster Linie auf die tolle Landschaft ankommt. Das sah schon alles ein bisschen aus wie gemalt.
In Sedona hielten wir an und kauften erst einmal ein - wir mussten uns ja für die nächsten Tage mit Proviant eindecken. Dann fuhren wir in Richtung Flagstaff weiter. Dort wollten wir übernachten, denn es gibt einen ganz hübschen Campground hier. Ganz romantisch spazierten wir an der Route 66 entlang und genossen den Sonnenuntergang. Da wir danach ordentlich Hunger verspürten, kehrten wir im Steakhouse ein, welches sich direkt am Campground befindet. Sehr interessant: Alle Kellner singen hier immer wieder zu den Liedern, die der Pianist klimpert. Wenn sie fertig sind, gehen sie wieder ihrer Arbeit nach. Eine lustige Abwechslung!

Und weiter geht die Reise

Das Schlafen in dem Wohnmobil war wirklich erholsam und wir konnten hier ganz rasch die Strapazen des langen Fluges hinter uns lassen. Wir frühstückten und zogen ein erstes Resümee: toller erster Tag! Wir waren nicht nur gut angekommen, sondern auch mit der Vermietung des Wohnmobils hatte alles gut geklappt. Der Vergleich mit anderen Anbietern hatte sich wirklich gelohnt! Dabei hatten wir gar nicht einmal nur auf die Preise geschaut, sondern daneben vor allem den Service im Auge behalten. Doch auch andere haben das schon so festgestellt, wie leicht nachgelesen werden kann.
Jetzt ging die Fahrt aber wieder los und wir reisten dem Grand Canyon entgegen. Hier gingen wir spazieren, was ja nur in den frühen Morgenstunden noch ohne größere Strapazen möglich ist. Ansonsten wird es einfach zu heiß hier. Viele Bilder wurden dort geschossen, entwickeln werden wir die wohl nicht alle. Wir haben uns dann erst mal hingesetzt und die Weite auf uns wirken lassen.
Weiter ging's! Nun fuhren wir zum Lake Powell, einem Stausee, an dem wir auch übernachten wollten. Der kleine See ist wunderschön und in der Umgebung gibt es einige Dinge, die man unternehmen kann. Wir gingen erst mal baden und wollten dann noch einen Ausflug mit dem Boot machen - dann waren wir aber doch zu faul und genossen einfach nur den See, wie er in der untergehenden Sonne da lag und eine solch tiefrote Farbe annahm.
In der Nähe liegt der Antelope Canyon, der für jeden, der tolle Bilder schießen will, einfach ein Muss ist! Hier nahmen wir an einer von Indianern geführten Tour teil und erfuhren einiges zur Geschichte des Canyons und zur Lebensweise der Navajo.

Die Fahrt zum Monument Valley

Durch das Land der Indianer ging es dann mit dem gemieteten Auto weiter in Richtung Monument Valley. Es seiht auch in der Realität aus wie in den Werbespots und Westernfilmen! Vor einigen Jahren hat hier auch das "The View" aufgemacht, ein Hotel, welches sich direkt am Eingang des Monument Valley befindet. Von hier aus genießen die Besucher einen unheimlich schönen Blick auf das atemberaubende Panorama.
Die Tour dauerte insgesamt drei Stunden und zeigte uns die Landschaft in all ihren Facetten, wobei diese teilweise schon recht unwirklich schienen. Als dann noch der Sonnenuntergang begann und alles in ein tiefrotes Licht tauchte und die Gesteine zu glühen schienen - das ist ein Erlebnis, welches wir auch ohne Fotos, die wir natürlich in ausreichender Zahl geschossen haben, im Gedächtnis behalten werden.
Nach der Nacht auf dem Campground ging die Reise weiter. Wir lernten den Canyon de Chelly kennen und nahmen hier an einer Tour mit dem Jeep teil. Zwei nette Menschen führten uns hier auf der Fahrt und erzählten so einige interessante Geschichten zu Land und Leuten. Nur noch wenige Menschen leben hier und die Orte wirken alle sehr abgeschieden und auch ein wenig trostlos.
Als Nächstes haben wir den Petrified Forest besucht. Das ist ein Nationalpark, der sich in der Nähe von Holbrook befindet. Spannend sind hier vor allem die versteinerten Bäume, die mehr als 250 Jahre alt sind. Nach dem Besuch des Museums bekamen wir ein kleines Stück eines versteinerten Baumes mit. Ein schönes Souvenir!

Die Rücktour

Da dies nicht unser längster Urlaub dieses Jahr war, mussten wir uns nun schon wieder auf den Rückweg machen. Das Wohnmobil brachte uns zuverlässig bis nach Phoenix, dort konnten wir an der Station die Rückgabe vornehmen. Da wir nichts kaputt gemacht hatten, musste nichts weiter geregelt werden. Die Rückgabe war dann rasch erledigt und es gab nur noch ein paar Unterschriften zu leisten.
Wir hatten uns dann noch einen Tag genommen und die Stadt angeschaut, danach ging unser Flieger Richtung Heimat. Aber eines steht fest: Das war definitiv nicht der letzte Urlaub dieser Art!
manuu
Urlauber
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Registriert: 26.11.2013, 11:12

Beitrag von manuu »

Das klingt ja echt nach einem Traumurlaub!
galopp
Reisender
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Beitrag von galopp »

Wie toll! Wir machen im Sommer so einen Trip durch die USA. Vom Flug über Wohnmobil haben wir bis jetzt alles übers Internet gebucht. Selbst unsere Route haben wir komplett online geplant. Ich muss allerdings meinen Reisepass neu beantragen. Das geht online leider noch nicht.
Norwin
Ausflügler
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Registriert: 01.12.2015, 08:48

Beitrag von Norwin »

Das klingt wirklich sehr schön, ein paar Bilder wären noch super schön! :)
Dustin Off
Spaziergänger
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Beitrag von Dustin Off »

War selbst bereits in Joshua Tree, Vegas , Nevada und Utah...und wenn Du auf Canyons abfährst , dann schau Dir mal bitte an , was Mutter Natur so alles an bizzarren Gesteinsformationen und spooky aussehenden, krummen Gebirgsketten Bauen kann:
http://www.123-und-weg.de/kontinente/am ... westen-usa
Hatte sogar mal überlegt,ein Jahr im Austausch zu dern Canyon -Cleanern zu gehen, die einfach den ganzen Tag durch die Canyons rennen und Tourie Müll wegräumen....aber das könnt iczh mit meinem Job nicht so ganz vereinbaren.
galopp
Reisender
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Beitrag von galopp »

Ganz cool. Man kann sowas offenbar auch ganz gut mit dem Halt an diversen Weinguetern verbinden. Das wäre doch mal was. Liest sich jedenfalls gut.

Wir haben sowas aehnliches mal in Suedafrika gemacht und sind im Norden von Kapstadt bei Paarl und Stellenbosch (Suedafrikas groesste Weinbauregion) von Weingut zu Weingut getingelt. Teilweise haetten wir sicher nicht mehr fahren duerfen... :roll: Naja, wir waren jung. Wuerde ich heute auch nicht mehr machen. Dann lieber so. Zum Weingut, dort Uebernachtung mit Weinprobe, am folgenden Tag weiter, Stops machen, wo man will und abends zu naechsten Weingut.
dieterbranden
Spaziergänger
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Registriert: 23.03.2016, 14:19

Beitrag von dieterbranden »

Vielen lieben Dank für diesen Reisebericht.
Da hast du dir aber wirklich sehr viel Mühe gegeben.
Zum Monument Valley möchte ich auch sehr gerne mal.
Bin sowieso an Geschichte interessiert und da passt das ganz gut.
Mal sehen ob es hinhauen wird.
myriam23
Spaziergänger
Beiträge: 7
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Re: Mit dem Wohnmobil im Westen der USA (Reisebericht)

Beitrag von myriam23 »

Bigga hat geschrieben:Als dann noch der Sonnenuntergang begann und alles in ein tiefrotes Licht tauchte und die Gesteine zu gl�hen schienen - das ist ein Erlebnis, welches wir auch ohne Fotos, die wir nat�rlich in ausreichender Zahl geschossen haben, im Ged�chtnis behalten werden.
Wieso habt ihr denn gar keine Fotos gemacht? :( Toller Bericht!
misquisi
Spaziergänger
Beiträge: 7
Registriert: 12.10.2016, 13:42

Beitrag von misquisi »

Hey Bigga,

was für ein fantastischer Reisebericht von Dir! Danke! :D Hat wirklich sehr viel Spaß gemacht den zu lesen. Finde ich sehr faszinierend, dass man dabei auf die altbekannten Großstädte trifft, wie auch abgelegenere Orte wo sich kaum noch Menschen aufhalten (Canyon de Chelly). Ich hoffe ihr habt das versteinerte Baumstück, dass man euch geschenkt hat, gut zuhause platziert und eingerahmt! :)

Ich hab jetzt auch unglaubliche Lust auf einen Roadtrip durch die USA mit dem Wohnmobil bekommen. Habe eben mal auf die Schnelle geschaut und sogar ein Gewinnspiel bei CU Camper aufgetan, bei dem man mit einem brandneuen Camper von Indiana bis quer nach Los Angeles düsen kann! https://www.cu-camper.com/de/info/gewinnspiel/ Wow.. Werde mal teilnehmen, wünsch mir alles Glück der Welt und drück mir die Daumen! :) Los Angeles - ich komme! 8)
Roland
Ausflügler
Beiträge: 13
Registriert: 02.12.2016, 22:04

Beitrag von Roland »

In den USA war ich zwar nicht mit dem Wohnmobil unterwegs, aber schon überall in Europe und es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.
Leider hat mir und vielen anderen Wohnmobilbesitzern das Dieselfahrverbot für Wohnmobile einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass man nicht mehr frei überall hinfahren kann wie früher.
Ich überlege nun schweren Herzens mein Wohnmobil zu verkaufen, habe mich auch schon online über den Preis informiert.
Es fällt mir zwar nicht leicht, aber es macht mir einfach keinen Spaß mehr, wenn ich darauf achten muss, wo ich fahren darf.
LG
Bista
Reiseprofi
Beiträge: 121
Registriert: 03.02.2022, 23:30

Re: Mit dem Wohnmobil im Westen der USA (Reisebericht)

Beitrag von Bista »

Guten Abend,

ich finde das echt interessant. Es ist so, dass ich mich auch momentan informiere zu Arizona, USA und die ganzen Reiseziele dort.
Ich möchte nämlich auch eine kleine Reise machen, einfach mal was sehen und die Seele baumeln lassen.
Da aber jeder eine eigene Vorstellung von einem Urlaub hat, muss auch jeder für sich entscheiden, wo er Urlaub machen will.

Gefunden habe ich dann auch einen echt guten Guide zum Melrose District, Phoenix und muss auch sagen, dass ich wirklich zufrieden bin.

Da kann man sich echt einige gute Informationen finden und auch einen Guide, der wird einem sicherlich gut helfen.

Aber natürlich entscheidet jeder für sich.
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