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Vientiane - Singapur: Per Rikscha durch Südostasien

 
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Autor Nachricht
ThomasBauer
Newbe


Anmeldedatum: 20.05.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 20.05.2010, 15:26    Titel: Vientiane - Singapur: Per Rikscha durch Südostasien

5 Länder, 3500 Kilometer: Per Fahrradrikscha ist Reisebuchautor Thomas Bauer durch Südostasien gefahren: Von Laos über Kambodschas Angkor-Tempel und Bangkok bis nach Singapur. Hier ein kurzer Auszug aus seinem Reisebuch "Vientiane - Singapur: Per Rikscha durch Südostasien", das im Schardt Verlag, Oldenburg, erschienen ist. Teil 1 findet Ihr im Kambodscha-Forum.
Weitere Informationen über Thomas Bauer: www.literaturnest.de.


"EIGENTLICH BIN ICH JA GAR KEIN RADFAHRER"
(Reisebericht Teil 2: Thailand, Malaysia, Singapur)

Wenn es nur eine Straße gäbe, die diesen Namen verdiente!, dachte ich mir, als ich mich am nächsten Tag wieder auf den Weg machte. Mit jeder Stunde, die ich im Dreck und Staub kambodschanischer „Straßen“ unterwegs war, war ich verblüffter, dass ich noch immer eine Rikscha unter mir hatte. Mit zwanzig Stundenkilometern krachte mein SMIKE in badewannengroße Schlaglöcher. Der Beiwagen vollführte tollkühne Bocksprünge, wenn ein Stein oder ein Stück Holz unter sein Rad geriet. Auf den Abschnitten mit Wellblech wurden wir beide durchgerüttelt wie bei einem Schüttelfrost. Von oben bis unten mit Staub bedeckt gelangte ich schließlich nach Poipet, die letzte kambodschanische Stadt vor der thailändischen Grenze. Poipet unternimmt Einiges, um sein Image als schmuddeliger Sündenpfuhl aufrechtzuerhalten. Statt in Straßenbaumaßnahmen zu investieren, zog man vor einigen Jahren neben den aufgereihten Bordellen einen immensen Kasinokomplex hoch, dessen gepflegte Glasfront heftig mit den Bettlern und Minenopfern kontrastiert, die junge Thailänder vor der Eingangstür um ein paar Baht bitten.

Was für ein Wechsel fand hingegen statt, als ich nach Thailand gelangte! Unmittelbar nach der Grenze begann die Zivilisation, und nach den Entbehrungen der vergangenen zwei Wochen sehnte ich sie herbei. Ehre sei den thailändischen Straßenbauern, denn sie haben ganze Arbeit geleistet! Gelobt seien die Oreo-Kekse (ganz besonders die mit Erdnussbutter), die ich ab sofort wieder am Straßenrand kaufen konnte. Ein dreifaches Hoch auf den real existierenden Kapitalismus, der diese Errungenschaften ermöglicht hat! „One night in Bangkok, and the world’s your oyster“, sang ich lauthals, während ich der Hauptstadt entgegen fuhr. Es war gar nicht einfach, den näselnden Gesang des britischen Sängers Murray Head nachzuahmen, den ich immer wieder unter Einsatz meiner Fahrradklingel mit Queens „Bicycle Race“ kombinierte. Ab hier hatte ich keine Probleme mehr, etwas Essbares aufzutreiben: In Thailand scheint eine Hälfte der Bevölkerung permanent damit beschäftigt zu sein, für die andere zu kochen.

Dafür wurden die Bedingungen ab Bangkok zunehmend tropisch. Kokosnüsse fielen neben der Straße zu Boden. Linkerhand erstreckten sich Gummibaumplantagen. Mehrmals täglich ringelte sich eine Schlange die Straße entlang. Und meine Schokoladenkekse teilte ich während mancher Pause mit Makaken, die aus den angrenzenden Wäldern gekommen waren. Vor allem jedoch bedeutete die zunehmende Nähe des Äquators eins: Hitze. Schwüle Hitze. Hitze wie ein nasses Handtuch in der Sauna. Hitze, die vom Boden aufsteigt, von den Hügeln herabkriecht. Hitze, die sich um einen legt wie eine Zwangsjacke. Diese Hitze, in Kombination mit einer ungesund hohen Luftfeuchtigkeit, machte mir zusehends zu schaffen. Zehn Pedalumdrehungen nach meinem Aufbruch von Bangkok war ich schweißgebadet. Nach einer Viertelstunde schmiegte sich das T-Shirt um mich wie eine zweite Haut. Und nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, ich zöge einen Streifen aus Schweiß hinter mir her. Dabei war es erst kurz nach neun Uhr morgens.

Einmal mehr waren die klimatischen Bedingungen etwas für Schlangen und Insekten, als ich Malaysia erreichte. Für einen Rad fahrenden Mitteleuropäer waren es gefühlte zwanzig Grad zu heiß, und die Tatsache, dass sich die Luft bereits kurz nach dem Aufstehen anfühlte wie ein heißer Wadenwickel, trug nicht wesentlich zur Leistungssteigerung bei. Hinduistische und chinesische Tempel, Kirchen und Moscheen ließ ich auf beiden Seiten der Straße hinter mir. Manchmal befanden sich die Gebäude von drei verschiedenen Weltreligionen in derselben Straße, in Sichtweite voneinander. Als ich die Hafenstadt Malakka erreichte, wurde es noch bunter. Die Straßen waren voller Löwen und Drachen. Reihen roter Lampions zogen sich von Haus zu Haus. Comicfiguren schmückten Schaufenster. Überall wurden mir paarweise Orangen entgegen gehalten, bis der Beiwagen meines SMIKE einem Obststand glich. Das Spektakel wird “Chinesisches Neujahrsfest“ genannt und würde die Stadt vier Tage lang in Atem halten. „Willkommen im Jahr der Ratte“, begrüßte mich der Inhaber des Hotels, in dem ich Unterschlupf gefunden hatte. Dieses Tier schien mich während meiner Rikschatour dauerhaft zu begleiten.

Das Tachometer meines SMIKE zeigte dreieinhalbtausend Kilometer an, als ich Singapur erreichte. Ich hatte geschafft, woran ich bis zuletzt gezweifelt hatte: Ich hatte diese Strecke in nur vierzig Tagen vollendet. Es war das ambitionierteste Vorhaben gewesen, das ich je in die Tat umgesetzt hatte. Immerhin besaß ich zuhause nicht einmal ein eigenes Fahrrad.

Eigentlich bin ich ja gar kein Radfahrer.
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